„Zimmermann, Zimmermann, so fass mich doch an.“
flüstert die Rose in ihrem Bann.
„Zimmermann, Zimmermann was ist schon dabei?
Zimmermann, Zimmermann so gib mich doch frei!“
Der Zimmermann jedoch, erhört sie nicht,
seine Axt schmetternd die Wildrose bricht
und ächzend stürzt sie, die Blüten voran:
„Zimmermann, Zimmermann, so hör mich doch an!
Einst trug ich stolz das Haupte empor,
bevor ich mein Herz, meine Hoffnung verlor!
Zimmermann, Zimmermann, jetzt rette mein Licht,
das für die Liebe im Herzen spricht!“
Aus ihrem Stamm, aus knorrigem Leiden,
fing er an die Form auszuschneiden,
welche der Rose am meisten entspricht:
Geschwärztes Meer, gedämpftes Licht.
Schwarzer Kristall, aus uraltem Holz,
der mit der Nacht wohl selber verschmolz,
nun sehnend sich zum Himmel hoch reckt,
im Herzen des Menschen Sehnsucht erweckt.
„Zimmermann, Zimmermann, rette mein Licht,
das für die Ehre im Herzen spricht!
Zimmermann, Zimmermann, schaue Dich an!
Dunkelheit zieht dich in ihren Bann!“
Zimmermann aber, mit tauben Ohren,
ist für die Worte der Rose verloren.
Schnitzt sich ein Wesen, ein Ungetier,
voll tiefem Hass und voll schwarzer Gier.
„Zimmermann, Zimmermann, was hast du getan!“
Stöhnt laut die Rose in ihrem Gram.
„Nun sind wir hier für immer vereint,
bis dass der Mond die Sonne umweint.“
Blitzschnell hat die Rose mit ihrem Leib,
halb ein Monster und halb auch ein Weib,
Zimmermanns Glieder ganz eng umschlungen
und ihn in ihren Körper gezwungen.
Dann sind sie zu Stein erstarrt,
sind in Ewigkeit verharrt.
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